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Raetsel

Das Geheimnis von Innsmouth

Das Geheimnis von Innsmouth

 

Hätte er ihr nur nie dieses verdammte Buch gekauft! Wütend knallte Henry den Schmöker auf den Tisch. Zwei Wochen hatte sie unbedingt in die Kleinstadt „Innsmouth“ fahren wollen, nachdem Margret das Buch förmlich in sich reingefressen hatte. Seit nunmehr einer Woche war seine Tochter überfällig, sodass Henry beschloss, sie in dem verfluchten Kaff selbst zu suchen. Im „Schwarzen Kraken“ war Margret Canterbury abgestiegen. Er beschloss also, Selbiges zu tun, um Hinweise auf ihren jetzigen Aufenthaltsort zu finden.

Am Bahnhof zog sich die Zeit zäh wie Kaugummi, bis sein Zug endlich ankam. Endstation Innsmouth. Das hatte etwas Endgültiges. Wie endgültig, sollte Henry jedoch erst viel später herausfinden.

Die Fahrt war überraschend angenehm. Das Buch hatte nicht gelogen, als es die weitere Gegend um Innsmouth als malerisch beworben hatte. Doch je näher der Zug der Stadt kam, umso grauer, ja fast lebloser wirkte die Umgebung. Ganz so, als ob ihr etwas die Lebenskraft entzöge. Der Gedanke erschreckte Henry und er schüttelte ihn schnell ab wie ein Hund das Wasser nach einem unfreiwilligen Bad.

Als er ausstieg, wähnte er sich fast in einer anderen Zeit. Dieser Bahnhof musste seit mindestens einhundert Jahren nicht mehr modernisiert worden sein. Es war, als hätte man das Bild vergilbter, alter Postkarten aus der ersten Blütezeit der Eisenbahn zurück in die Wirklichkeit geholt. Henry lief ein kalter Schauer den Rücken hinunter. Irgendetwas an diesem Ort war ihm unheimlich – und es war nicht die Uhr des Kirchturms, die mit drei Zeigern eine unmögliche Zeit anzeigte.

Mühsam verscheuchte er das ungute Gefühl in seiner Magengegend, das sich anschickte, zu einer kapitalen Panik auszuwachsen. Wie hatte Maggy es hier nur zwei Wochen ausgehalten?

Unruhig sah er sich um. Das Hotel wollte jemanden schicken, der ihn abholen sollte. Doch nicht etwa dieser schmierige, fette Typ mit der Barbierschürze dort drüben? Vielleicht der finster dreinblickende Mann mit einem langen, krausen Bart und weißem Staub auf seiner Kleidung? Dann sah er eine hoch aufgeschossene, sehr hagere Gestalt auf sich zu schleichen. Gehen konnte man das nicht nennen. Der Mann in antiker, blitzsauberer Butleruniform musste mindestens achtzig oder neunzig sein. Tiefe Furchen liefen durch sein Gesicht und ließen ihn noch schmaler erscheinen. Die hervorspringende Nase und die bösen funkelnden Augen erinnerten Henry unwillkürlich an einen lauernden Geier. Dieser vertrocknete Grashalm von Mensch würde doch niemals seinen schweren Koffer tragen können.

„Mr. Canterbury,“ krächzte der Alte und nahm Henrys Koffer mühelos an sich. Vor Verblüffung entging Henry, dass dies eher eine Feststellung denn eine Frage gewesen war. Auch wenn er am liebsten sofort wieder den Zug zurück nach Hause genommen hätte, folgte er fast mechanisch dem Alten, der erstaunlich schnell und absolut lautlos vor ihm dahinglitt.

Wie schon der Bahnhof schien auch der Rest des Ortes wie in einem Zeitloch gefangen. Die wenigen Autos, die man neben den Kutschen auf der Straße sah, hätten Oldtimerfans so manche Freudenträne entlockt. Doch selbst hier auf der Straße war es unheimlich still. Die Leute huschten eher durch die Straßen und Gassen, als dass sie gingen. Jeder schien darauf bedacht zu sein, nur nicht aufzufallen.

Im Hotel angekommen, verzog sich Henry auf sein Zimmer – oder besser auf seine Kammer. Denn Zimmer konnte man das hier nicht wirklich nennen. Ein Bett, ein winziger Schrank für seine Kleidung und eine Waschschüssel. Mehr gab es hier nicht. Das Klo sei auf dem Flur den Gang runter, hatte der Butler ihm noch gesagt.

Auf der Suche nach der Toilette stolperte Henry fast über einen etwa vierzigjährigen, nahezu zwergwüchsigen Mann. Der Gnom sah zu ihm auf und fixierte ihn aus kleinen, bösen Augen. Mit seinem fast runden Gesicht und den abstehenden Segelohren erinnerte er Henry unwillkürlich an eine Ratte. „Hast Du das Buch“, schnorrte ihn der Kleine an. „Welches Buch?“, gab Henry verwirrt zurück. „Es gibt nur noch sehr wenige von diesen Büchern und ich muss sie alle vernichten, sonst hört das nie auf!“

Der Zwerg zerrte den sich leicht wehrenden Henry in seine Kammer. Der zuckte zusammen, kaum dass er sich umgesehen hatte. Hier hing alles voll mit ominösen Kräutern, getrockneten Froschbeinen und Fledermausflügeln und noch so einigem magischen Krimskrams. In der Ecke köchelte etwas in einem Topf, von dem Henry schon am Geruch erkannte, dass er nicht wissen wollte, was darin war.

Er habe kein Buch und wisse auch von keinem, nahm Henry allen Mut zusammen, aber er suche seine Tochter. Ob der Herr sie vielleicht gesehen habe?

Der Zwerg steckte seine kleine Rattennase auf das Bild in Henrys Hand. Auch dieses Schmuckstückchen von einer jungen Frau kam aufgrund dieses verfluchten Buches. So wie alle, die den Zeilen glaubten, und hofften, hier was Besonderes zu finden.

Was wollen diese Leute hier finden? Ich habe nichts Besonderes in diesem Buch gefunden. Also hast du es doch gelesen, schnaufte der kleine Gnom jetzt sehr aufgebracht. Na ja, am Anfang sind sie alle nur zufällig hier und werden diese verfluchte Erde doch nie lebend wieder verlassen. So wie wir hier alle nur auf das Eine warten!

Auf was??? – wollte Henry jetzt genauer wissen. „Du fragst zu viel, das ist hier nicht besonders klug. Es können immer noch Angehörige vom Militär hier sein und die kennen keinen Spaß.“

Wegen seiner Tochter - solle er doch mal den Barbier fragen oder … „Oder?“, hakte Henry nach, als der Zwerg nicht weitersprach. Der Müller… der Müller wisse alles, flüsterte der Gnom. Aber er könne nicht empfehlen, ihn zu fragen. Und auch mit dem Barbier solle er vorsichtig sein, denn manch einer hat bei Ihm nicht nur einen gestutzten Bart erhalten.

Es hatte geregnet, als Henry auf die Straße trat. Das Wasser in den Pfützen schien schwarz wie Teer und machte den Gedanken an einen Stadtspaziergang nicht einladender. Lautlos huschte eine Frau an ihm vorbei. Irritiert beobachtete er, wie sie einen sehr sorgfältigen Slalom um die Pfützen lief, als seien diese äußerst gefährlich. Erst jetzt fiel ihm auf, dass auch alle anderen Innsmouther die Pfützen mieden wie der Teufel das Weihwasser. Irritiert machte sich Henry auf den Weg zum Barbier, den der unheimliche Zwerg ihm beschrieben hatte.

Vor dem Laden angelangt, rang Henry lange mit sich, bevor er eintrat. Das Barbiergeschäft war gelinde gesagt schmutzig. Und das galt nicht nur für die fast blinden Scheiben. Hätte draußen vor der Tür nicht ein Schild den Barbier ausgelobt, hätte man die Örtlichkeit wohl eher für ein Asyl für Spinnen, Wollmäuse und Staubläuse halten können. Dazu kamen unzählige Flecken. Einige davon sahen verdächtig nach Blut aus. Doch Henry vermied es, sie einer genaueren Inspektion zu unterziehen. Und roch es hier nicht merkwürdig nach Tod? Ein speckiger Mann mit heimtückischen Schweinsäuglein trippelte auf ihn zu. Sofort erkannte Henry in ihm den unheimlichen Dicken vom Bahnhof. Wie er denn helfen könne?

Henry zog Maggys Foto aus der Tasche und hielt sie dem Barbier unter die fettige, verpickelte Nase. Er suche diese Frau. Die habe er vor ein paar Tagen hinauf zur Mühle gehen sehen, grunzte der Barbier und wies hinauf zu einem kahlen Hügel, auf dem eine verfallene Windmühle stand. Henry bedankte sich artig und machte, dass er fortkam von diesem unheimlichen Mann. Beim Verlassen des Raumes sah er in einer dunklen Ecke einen ausgeschnittenen Zeitungsartikel, mit der Überschrift: „Militärunfall in Innsmouth – viele Tote“. Der Artikel wurde vor ca. 10 Jahren geschrieben.

Was wahr hier bloß passiert? - grübelte Henry - als er sich wieder auf der Straße befand. Erst jetzt fielen ihm die alten verrosteten Schilder, mit der Aufschrift „Sperrgebiet“, auf. Wenn das hier Sperrgebiet ist, wieso ist er hier ohne eine Kontrolle hineingekommen und was ist mit den Menschen, die hier noch wohnten, passiert. Doch die größte Angst verspürte er, als er wieder an seine Tochter dachte. Ist sie hier auch angekommen und vor allem, lebt sie noch?

Unsicher schlich er um die Mühle. Doch als er an die morsche Tür klopfen wollte, tat sich diese von selbst auf. Mit flauem Gefühl im Magen betrat Henry die Mühle. Am liebsten wäre er sofort wieder hinaus gerannt und das nicht nur, weil die Mühle auch von innen aussah, als wolle sie jeden Moment in sich zusammenfallen. Irgendetwas war hier seltsam. Das schwarze Holz sah aus, als sei es lange von Wasser durchtränkt gewesen. Henry meinte, einen Hauch von Meeresbrise zu riechen. Aber hier auf dem Berg? Noch bevor Henry die Mühle näher inspizieren konnte, schreckte ihn ein Platschen auf. Der Müller war in eine der Pfützen im Flur getreten und schaute ihn jetzt finster aus flammenden Augen an. Wie Henry sich in die Mühle wagen könne, polterte er durch seinen dichten Bart hindurch. Henry zuckt zusammen.

Es dauerte eine Weile, bis er seine Stimme wiederfand. Dann streckte er dem Müller mit zitternder Hand das Foto von Maggy entgegen. Er suche diese Frau. Der Müller musterte kurz das Bild, leckte sich die Lippen und lachte. Ja, sie sei ein leckeres Ding gewesen. Aber hier werde Henry sie nicht finden. Und überhaupt solle er Innsmouth schnellstens verlassen, wenn ihm sein Leben lieb sei. Dann machte er auf dem Absatz kehrt und würdigte Henry keines weiteren Blickes. Erst jetzt bemerkte er, dass die Hände und auch die Beine des Müllers verkrüppelt waren und es roch nach verwestem Fleisch.

In Henry kam langsam aber stetig Panik hoch. Wie von Sinnen rannte er aus der Mühle und die Straßen entlang bis zum Hotel, ohne zu wissen, vor was er eigentlich floh. Erst Stunden später traute er sich wieder vor die Tür. Es wahr bereits dunkel draußen und die Nacht hatte Innsmouth fest im Griff. Ängstlich schlich er an der unheimlichen Kammer des Zwerges vorbei. Beim Vorbeigehen hörte er ein Schmatzen und Würgen. Als ob ein Tier etwas fressen würde. Dann verschwand er in der rabenschwarzen Nacht.

Am nächsten Morgen fanden Einwohner den völlig verwirrten, im Wahn schreienden Henry in einer Seitenstraße ganz in der Nähe des Hotels. In der Hand hielt er den Kopf seiner Tochter und schrie immer wieder: „Was seit ihr für Menschen, dass ihr so etwas meiner Tochter antun konntet.!“ Keine 24 Stunden später war auch Henry für immer verschwunden.

Was geschah vor langer Zeit in Innsmouth und vor allem was ist mit Henry und seiner Tochter in dieser unheimlichen Kleinstadt passiert?

Kommentare   

0 #1 Super User 2018-01-26 15:55
Viel Spass beim lösen :lol:
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